Der Gloster Fancy

Historie, Merkmale und Beschreibung





 Historie:

Der Gloster ist eine englische Positurkanarienrasse. Der Ursprung dieser noch recht jungen Kanarienrasse geht auf die Zeit unmittelbar nach dem Ende des 1. Weltkrieges zurück. Als Paten und Gründer der heute populärsten Positurkanarienrasse sind die englische Züchterin L. Rogerson aus Cheltenham in der Grafschaft Gloucestershire, der schottische Züchter und Preisrichter J. McLay und schließlich der englische Züchter und Preisrichter A.W. Smith aus London zu nennen. Alle drei hatten sich zum Ziel gesetzt, eine gehäubte Miniaturkanarienrasse zu züchten, die aber wesentlich kleiner als die seinerzeit sehr beliebten Crests sein sollte. Als Ausgangsvögel diensten ihnen zu dieser Zeit sehr kleine Border-Kanarien (der Border war damals ohnehin um einiges kleiner als die heutigen Vögel), gehäubte Harzer-Roller und kleine Crest-Kanarien.

Mrs. Rogerson gelang es dann bereits 1925, auf der englischen National-Show die ersten beiden Vögel mit der seinerzeitigen Bezeichnung "Miniature-Crests" auszustellen. Da sich diese beiden von Mrs. Rogerson ausgestellten Miniature-Kanarien jedoch völlig von den anderen Positurkanarien und insbesondere auch nicht zuletzt aufgrund der Größe von den Crests unterschieden, wurden die Vögel separat ausgestellt und prämiert. Eine neue Positurkanarienrasse war geboren. Die Heimat von Mrs. Rogerson, die Grafschaft Gloucestershire (abgekürzt "Gloster") im Südwesten Englands, stand dann auch Pate bei der Namensfindung.

Bedingt durch den 2. Weltkrieg kam die Kanarienzucht in ganz Europa fast gänzlich zum Erliegen. Der englische Züchter Fred Bryant hatte sich der neuen Rasse dann ab 1946 bis in die 50er Jahre hinein angenommen und dem Gloster zur bis in die heutige Zeit anhaltenden Popularität und Beliebtheit verholfen.


 Merkmale und Beschreibung:

Der Gloster ist eine Haubenrasse und zählt zu den sogenannten kleinen, glatt befiederten Positurkanarienrassen. Man unterscheidet zwischen dem Haubenvogel, dem sogenannten Gloster Corona, und dem Glattkopfvogel, dem sogenannten Gloster Consort. Die näheren Beschreibungen und Anforderungen an die Corona und den Consort finden Sie u.a. auf der separaten Seite "Standard" nebst Fotos auf dieser Homepage. Die charakteristischen Rassemerkmale des Gloster, Corona und Consort gleichermaßen, lassen sich in Kurzform wie folgt festhalten: kurz (max. 12 cm), gedrungen, allseits gut gerundet, kompakt und ein harmonisches Zusammenspiel der zuvorgenannten Kriterien. Hier verbirgt sich auch schon die größte Schwierigkeit bei der Züchtung von erstklassigen Vögeln, nämlich dass der Vogel so kurz (etwa 12 cm) und gleichzeitig so rund und füllig wie möglich sein sollte. Das Gefieder sollte dabei immer fein, voluminös, seidig und allseits gut anliegend, der Schwanz schmal, kurz und ungegabelt sein. Die Beine sollten kurz, die Oberschenkel nicht sichtbar bzw. gänzlich vom Gefieder bedeckt sein.

Auf Ausstellungen zugelassen sind alle Kanarienfarben, außer rotgrundige Vögel. Die Mehrzahl der ausgestellten Gloster sind heutzutage die Grünen und Grünschecken. Ganz besonderer Beliebtheit erfreuen sich die aufgehellten Vögel sowie Weißgrundige und Braune (Cinnamon und Fawn).